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Wohnungsmarkt: Massiver Preisschub auch auf dem Land

Die Quadratmeterpreise für Wohneigentum sind im vergangenen Jahr in 365 von 401 Kreisen und Städten gestiegen, um 7,2 Prozent im Bundesdurchschnitt. Auch der ländliche Raum verzeichnete teils kräftige Preisschübe. Das sind Ergebnisse der Studie "Postbank Wohnatlas 2019".



Bestandsmieten in Berlin steigen um rund elf Prozent

Wie gehabt bleibt auch in der aktuellen Studie München die teuerste Stadt: Die 7.000-Euro-Schwelle beim Quadratmeterpreis wurde hier inzwischen durchbrochen. Im Bestand kostet der Quadratmeter 7.509 Euro im Schnitt und damit 8,7 Prozent mehr als 2017.


Frankfurt am Main bleibt im Ranking weiter auf Platz zwei mit einem durchschnittlichen Quadratmeterpreis von 5.058 Euro. Das ist ein Plus von 10,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hamburg ist die dritteuerste Stadt mit 4.587 Euro pro Quadratmeter.

Berlin holt weiter auf und verzeichnet der Studie zufolge den steilsten Preisanstieg unter den sieben größten Metropolen: Die Quadratmeterpreise stiegen um 11,4 Prozent auf durchschnittlich 4.166 Euro. Im Ranking liegt Berlin jetzt hinter Stuttgart auf Platz fünf.



Speckgürtel: In fünf Landkreisen die 5.000-Euro-Marke geknackt

Auch im Umland der Metropolen bleibt das Kaufpreisniveau hoch, wie der Postbank Wohnatlas zeigt. Dennoch werden die meisten Wohnungen und Häuser auf dem Markt schnell verkauft.

"In einigen begrenzten Märkten, wie den In-Vierteln der Großstädte, drohen die Preise zu überhitzen." Eva Grunwald, Leiterin Immobiliengeschäft Postbank

Die teuersten Regionen liegen fast ausnahmslos im Süden. Unter den Top 10 finden sich alleine acht bayerische Landkreise. In mittlerweile fünf Landkreisen hat der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Wohneigentum die 5.000-Euro-Marke geknackt.

Der Landkreis Miesbach (Bayern) im erweiterten Speckgürtel Münchens ist mit durchschnittlich 5.615 Euro pro Quadratmeter der teuerste Kreis. Ein ähnlicher Effekt zeigt sich im Landkreis Nordfriesland, zu dem das hochpreisige Sylt gehört. Dort wurden 2018 im Schnitt 5.588 Euro pro Quadratmeter fällig. Das sind minus drei Prozent gegenüber 2017, damit haben die Preise erstmals seit Jahren leicht nachgegeben.


Starke Preisanstiege auch in ländlichen Regionen in Mitteldeutschland

Von der großen Nachfrage nach Wohneigentum profitiert der Postbank-Studie zufolge nun auch der ländliche Raum. Den deutlichsten Preisanstieg verzeichnet Suhl in Thüringen mit plus 50 Prozent. In den Landkreisen Kronach (Oberfranken) und Kyffhäuserkreis (Thüringen) stiegen die Preise um mehr als 40 Prozent. Der thüringische Landkreis Schmalkalden-Meiningen wartet mit Preissprüngen um rund 39 Prozent auf. 

Auch die Wohnbauflächen haben in Thüringen an Wert gewonnen: In ländlichen Gebieten seien die durchschnittlichen sogenannten Bodenrichtwerte unbebauter Grundstücke um fünf Prozent, in Städten um acht bis 15 Prozent gestiegen, teilte eine Sprecherin des Thüringer Landesamts für Bodenmanagement und Geoinformation mit.

Trotz kräftigem Preisanstieg bleiben Wohnimmobilien nach Berechnungen der Postbank mit Quadratmeterpreisen von 1.655 Euro in Suhl, 1.729 Euro in Kronach und 893 Euro im Kyffhäuserkreis weiter erschwinglich. Mitteldeutschland rund um Erfurt in Thüringen und über die Grenze in Franken gehört zu den günstigen Regionen in Deutschland. 



Risiko fallende Preise: Amtliche Gutachter warnen vor überstürzten Käufen

Eingebrochen sind die Preise laut Postbank am stärksten in den Kreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt (minus 37,3 Prozent), Elbe-Elster in Brandenburg (minus 34,5 Prozent) und in Zweibrücken in Rheinland-Pfalz (minus 26 Prozent).

Peter Ache, Geschäftsstellenleiter des Arbeitskreises der Gutachterausschüsse, warnte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) davor, angesichts des anhaltenden Booms leichtfertig eine Wohnung zu kaufen. Man dürfe die Unsicherheit von Immobilienpreisen im langfristigen Vergleich nicht vernachlässigen.

Nach einer ersten Hochrechnung amtlicher Gutachter wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 260 bis 270 Milliarden Euro in Häuser, Wohnungen und Grundstücke gesteckt, etwa zehn bis 15 Milliarden Euro mehr als 2017. 2009 hatten die Deutschen noch etwa 130 Milliarden Euro für Wohneigentum und Grundstücke ausgegeben. 


Quelle: haufe.de

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